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Herbst in St. Petersburg

Herbst in St. Petersburg 2003
Sommer in Dresden 2004

Gemeinsame Ausstellungen Dresdner und St. Petersburger Künstlerinnen und Künstler 2003 in St. Petersburg und 2004 in Dresden


Im Herbst des Jahres 2003 hatte ich das Glück, in ein internationales Ausstellungsprojekt einbezogen zu werden und gemeinsam mit Dresdner und St. Petersburger Künstlerinnen und Künstlern einige meiner Arbeiten in St. Petersburg, später in Dresden, zeigen zu dürfen. Da das Ausstellungsprojekt mit einem gegenseitigen Besuch verbunden war, konnte ich für einige Zeit als Gast einer St. Petersburger Graphikerin in ihrem Atelier wohnen und im Folgejahr in Dresden dann selbst Gastgeberin für ein russisches Graphikerpaar sein.

Die Fünfmillionenstadt St. Petersburg in Russland, seit über vier Jahrzehnten Partnerstadt Dresdens, feierte im Jahr 2003 ihr 300-jähriges Bestehen und anlässlich dieses Jubiläums entstand das Projekt einer Kulturbegegnung auf dem Gebiet der Bildenden Kunst, genannt DIALOG II und III, das initiiert und organisiert wurde von dem Maler und Plastiker V. Generosow (BBK / Sächsischer Künstlerbund e. V. / Künstlerverband St. Petersburg) und der Dipl. Ing. Architektin N. Generosow (BBK / Sächsischer Künstlerbund e. V. / Bund der Architekten St. Petersburg und AKS Sachsen). Hauptanliegen des Projektes war es, in Form von gemeinsamen Ausstellungen russischer und deutscher Künstlerinnen und Künstler die einst engen traditionellen Kontakte der Partnerstädte Dresden und St. Petersburg auf dem Gebiet der Bildenden Kunst, die bis 1989 bestanden hatten, wieder neu zu beleben. Nach Jahren großer Veränderungen in der Welt – der Vereinigung Deutschlands und der PERESTROIKA in Russland – konnte so den russischen wie deutschen Künstlerinnen und Künstlern ein Einblick in die gegenwärtige Kunstszene des anderen Landes vermittelt, Freundschaften geschlossen oder erneuert werden.

Dass Kunst noch immer ein Lebensbedürfnis für viele St. Petersburger ist, konnten wir an den langen Warteschlangen vor den Museen wie auch am Tage der Eröffnung unserer gemeinsamen Ausstellung erfahren. In den drei Räumen drängten sich die Besucher um die künstlerischen Arbeiten. Viele Bürger von St. Petersburg sprachen von unserer gemeinsamen Ausstellung als einer „Wiederbegegnungs-Freude“.
Von den gemeinsam verlebten Tagen in St. Petersburg und in Dresden berichtet mein Tagebuch HERBST IN ST. PETERSBURG 2003 – SOMMER IN DRESDEN 2004.

Leseprobe


HERBST IN ST. PETERSBURG 2003
Als mich zu Jahresbeginn an einem Donnerstag-Nachmittag eine Dame anrief und fragte, ob ich im September einige meiner Arbeiten in St. Petersburg ausstellen wollte, glaubte ich, es handele sich um einen Scherz. Zwar waren in vergangenen Jahren meine Arbeiten in vielen Ländern ausgestellt worden, und ich erhielt auch gegenwärtig Angebote zu Ausstellungen im Inland. Auslandsangebote jedoch hatte ich seit der Vereinigung Deutschlands keine bekommen. Ich erwartete auch keine; schließlich hatten sich die Vorstellungen von Bildender Kunst gewandelt. Wer arbeitete im Computerzeitalter noch mit Pinsel oder Stift? Davon abgesehen, auch ich malte nicht mehr ausschließlich mit Pinsel oder Stift, war, vereinigungsbedingt, nicht auf den Hund, sondern auf die Maus gekommen.
Zurück zum überraschenden Telefonat. Ich hörte mit Verwunderung, was mir die Dame in deutscher Sprache - mit leichtem Akzent - von einem Projekt erzählte. Inhalt dieses geplanten Projektes sei eine gemeinsame Ausstellung von bildenden Künstlerinnen und Künstler aus Dresden und St. Petersburg in der Stadt St. Petersburg. Im übrigen wäre für die beteiligten Dresdner auch die Reise nach St. Petersburg vorgesehen! Und im kommenden Jahr 2004 würde dann die gleiche Exposition in Dresden gezeigt, natürlich unter Anwesenheit der Künstlerinnen und Künstler aus St. Petersburg. Hätte ich Lust, mich mit einigen Arbeiten zu beteiligen?
Das Projekt klang phantastisch, schien mir aber fern jeder Möglichkeit, es zu realisieren. Wahnsinn, in diesem für Kunst und Kultur nicht eben freundlichen Klima unserer Gegenwart daran zu glauben, ein solcher Traum könnte Wirklichkeit werden! Die Dame am Telefon erzählte mir nun von einem wichtigen Anlass, der dem Projekt, wie sie meinte, zum Erfolg verhelfen würde: Im Jahr 2003 feiere ihre Heimatstadt St. Petersburg das 300-jährige Bestehen. Außerdem habe es zwischen den Partnerstädten Dresden und St. Petersburg jahrelang enge Kontakte und gemeinsame Ausstellungen Dresdner und St. Petersburger Künstler gegeben.
St. Petersburg an der Newa mit seinen glänzenden Kuppeln unter hohem Himmel und dem stets scharfen Wind, die Fontänen von Petershof, die Eremitage? Das alles sollte ich vielleicht wiedersehen? Vor beinahe 40 Jahren verbrachte ich zu Beginn einer Studienreise einige Tage in der Stadt, die damals noch Leningrad hieß und die man „Heldenstadt“ nannte, da sie im zweiten Weltkrieg eine neunhundert Tage währende Blockade der deutschen Wehrmacht überlebte. Ja, ich kannte nicht nur Leningrad des Jahres 1966, ich kannte auch Fotodokumentationen von den Tagen der Belagerung, da ich – auch vor Jahrzehnten – einen Graphikauftrag mit dem Titel „Heldenstadt Leningrad“ gestalten sollte. Mich besonders berührend und bis heute unvergessen die Fotos von Müttern, die weiße Pakete in ihren Armen trugen und sie dann freigaben in die kalte Erde, die man aufhacken musste, damit sie die Paketchen entgegennahm. „Kleine weiße Soldaten unserer Träume“ nannten die Leningrader die Winzigen, die wie Soldaten ihr Leben gaben; mehr konnten sie ja nicht tun, die Kleinen, als Platz zu machen für andere, die hungerten. St. Petersburg wiedersehen? Ich konnte es mir nicht vorstellen.

Monate später sollte es tatsächlich Wirklichkeit werden: zwischen Leuchtwolken schwebten wir St. Petersburg entgegen.
Im Atelier am Meer war der Tisch gedeckt mit Gläsern und rotem Wein und Brot und Früchten. Ein hoher Raum mit einer schmaleren zweiten Etage, Wände und Treppe voller Holzplastiken. Das hier wohnende und arbeitende Künstlerpaar, Frau O. und Herr B., hieß uns Dresdner willkommen. Dann stießen wir miteinander mit Rotwein an. Immer neue Künstlerinnen und Künstler aus St. Petersburg begrüßten uns. Einer unserer Dresdner Maler geriet außer sich vor Freude, als eine Künstlerin kam, die er seit Jahrzehnten kannte. Das sei die Plastikerin S., rief er uns zu, sie immer wieder umarmend. Golden erleuchtet bot sich plötzlich das Atelier. Ich lief mit Fotoapparat zur Tür. Die Sonne, abtauchend ins Meer, hatte eine glänzende Straße über das Wasser gelegt und schenkte nun ihr letztes Leuchten der Wolkenwelt. Der Himmel brannte. Auch andere waren herausgekommen, standen und schauten. Später, als es längst dunkel geworden war, saßen wir wieder um den weißgedeckten Tisch. Musik füllte den Raum. Gitarren klangen, Herr B. und die Plastikerin S. sangen. Still nun die Gesichter der Dresdner; jeder schien auf seine Weise innerlich angekommen jetzt und hier und wohl auch bei sich selbst. Wortkombinationen kamen einem in den Sinn: emotionale Heimat - verlorene Welt?

Für uns Dresdner, die zur Ausstellungseröffnung nach St. Petersburg gereist waren, erwies es sich als interessant, bestätigt zu sehen, was wir teils vor Jahren schon erlebten: dass Kunst und Künstler in Russland ganz offensichtlich – und das noch immer - einen anderen Stellenwert besitzen als in Deutschland. Nicht allein, dass sich die meisten der obersten Geschosse in den Plattenbauten St. Petersburgs, speziell in „Wassiljewski Ostrow“, als Künstlerateliers darboten. Wir, die wir für eine reichliche Woche in diesen großräumigen Arbeitsbereichen wohnten, hier mit russischen Künstlern sprachen, einander Arbeiten zeigten und auch miteinander feierten, erfuhren mit Verwunderung: die Regierung St. Petersburgs hatte es durch großzügige Bedingungen ihren Künstlern ermöglicht, die Ateliers als Eigentum zu erwerben. Erwähnt soll auch werden, dass der Künstlerbund St. Petersburg über 4000 Mitglieder hat und über Ausstellungsräume in mehreren Etagen verfügt.
Fotografierend schlenderte ich später durch die Räume, um den Aufbau unserer Ausstellung zu dokumentieren. Ich betrachtete die Arbeiten der Dresdner und der St. Petersburger Künstlerinnen und Künstler, befreundete mich mit einigen der Bilder, Graphiken oder Plastiken besonders, wusste nun schon bei fast allen Bildwerken, wer sie geschaffen hatte. Und ich wunderte mich, wie nach und nach die künstlerischen Exponate, nebeneinander gehängt, in eine Beziehung zueinander traten, zuweilen plötzlich ein überraschendes Miteinander sichtbar war. Schließlich war es soweit. Hell erleuchtet bot sich am 4. September 2003, 19 Uhr in den Räumen des St. Petersburger Künstlerverbandes, Bolschaja Morskaja 38, die gemeinsame Ausstellung von 12 Dresdner und 12 St. Petersburger Künstlerinnen und Künstler, genannt DIALOG II, als ein erstaunlich in sich geschlossenes Ensemble.
Dass Kunst noch immer ein Lebensbedürfnis für viele St. Petersburger ist, konnten wir an den langen Warteschlangen vor den Museen wie auch wieder am Tage der Eröffnung unserer gemeinsamen Ausstellung erfahren. In den drei Räumen drängten sich die Besucher um die künstlerischen Arbeiten. Unübersehbar: man kam der Arbeiten und der Künstler wegen, mit denen man über ihre Werke sprechen wollte und nicht, um sich selbst zu präsentieren. Viele Bürger von St. Petersburg sprachen von unserer gemeinsamen Ausstellung als einer „Wiederbegegnungs-Freude“.
Danach Feier bei dem Künstlerpaar Frau O. und Herrn B. im Atelier am Meer. Wieder war die Tafel weiß gedeckt, und Teller mit Salaten, Früchten, Brot und Käse darauf arrangiert. Jetzt stießen wir erst einmal jeder mit jedem auf unsere gelungene Ausstellung an! So wie die Bilder der Ausstellung zueinander fanden in einem künstlerischen Dialog, ebenso ergaben sich in Gesprächen Gemeinsamkeiten wie auch Anregungen für zukünftige Arbeiten. Man kannte sich unterdessen trotz der nur aus wenigen Worten bestehenden Sätze, in denen wir uns verständlich zu machen suchten, kannte sich durch die künstlerischen Arbeiten wie durch gestische Mitteilungen. Und deutlich wurde, dass nicht allein kluge und interessante Gedanken einander näher bringen können, sondern dass es auch ein Welt ohne Worte gibt, die menschliche Nähe wachsen lässt.



SOMMER IN DRESDEN 2004
Der erste warme Sommertag des Jahres 2004 war es, als mich die Frau eines Dresdner Malers gegen Mittag anrief und sagte: die Künstlerinnen und Künstler aus St. Petersburg wären heute morgen in Berlin-Schönefeld angekommen.
Auch hier nun, wie vor einem Jahr in St. Petersburg, Speisen auf dem Tisch, in hohen schlanken Flaschen rote Rosen, Früchte und Wein und Brot. Fasziniert vom so zwanglosen Miteinander deutscher und russischer Künstlerinnen und Künstler, das sich jeden Augenblick auf andere Weise bot, wollte ich versuchen, mit Fotos festzuhalten, was neben der gemeinsamen Ausstellung unsere erneute Begegnung in Dresden zu etwas Besonderem machen würde. Ein russischer Maler, dessen Atelier wir am letzten Tag in St. Petersburg besucht hatten, reichte mir ein Glas Wein, und während ich mit ihm und seiner Frau, einer Künstlerin, die wie Boticelli malte, auf unsere Wiederbegegnung trank, setzte sich plötzlich die siebenjährige Tochter eines St. Petersburger Graphikerpaares an das von Koffern und Taschen umstellte und von Jacken umhängte Klavier, saß im leichten Kleidchen, die hellblonden Haare verdeckten fast das kleine Gesicht, spielte wohl ihre Freude, hier zu sein.
Gemeinsam verbrachte Junitage folgten: der Aufbau und die Eröffnung unserer Ausstellung am 14. Juni 2004 18 Uhr in den Räumen des Oberlandesgerichtes Dresden, der Besuch von Galerien, Atelierbesuche bei Dresdner Künstlerinnen und Künstlern, eine Wanderung in die Sächsische Schweiz und der Besuch der Domstadt Meißen. Besonders in Meißen gerieten einige der St. Petersburger beim Anblick der im Jahr 929 gegründeten Albrechtsburg und des gotischen Domes gleich in Begeisterung. Im Halbdunkel dann leuchtend die Glasmalereien der gotischen Fenster, zusammenfließend die Reihen hoher Säulen, die aufzustreben schienen ins Unendliche – wohin man sah, vollendetes Miteinander von Bauwerk und Figuren der Bildhauerkunst. Kein überflüssiger Schmuck, der die Spannung der Formen zueinander verkleinert hätte, wie es bei Kirchenbauten späterer Zeiten oft geschah. Hier war Größe, Schönheit und Harmonie. Seltsam auch angesichts solch stiller Vollkommenheit der Vergleich zu den gegenwärtigen internationalen Kunsttendenzen. Schönheit wie auch Harmonie gelten seit langem als unzeitgemäß. Sie werden nicht als Größe, sondern als Schwäche, zuweilen als peinliche Naivität, gewertet, und scheinen deshalb aus Bildwerken, die auf dem Kunstmarkt der Welt heute als die besten gelten, verbannt. Warum diese Einengung auf Dissonanzen und Provokationen gegenüber Werten vergangener Zeit? Und warum die so hohe Wertschätzung der Einengung?
Dass abstrakte Kompositionen emotional berührend und harmonisch sein können, zeigen viele Bilder unserer Ausstellung. Die Künstlerinnen und Künstler entziehen sich internationalen Strömungen nicht, bewahren sich aber Eigenstes und sind in ihren Bildern als Persönlichkeiten vorhanden. Die innere Entfernung von der Welt der Empfindungen, die Welt lauter Provokationen leben sie in ihren Bildwerken oder Plastiken nicht. Die Arbeiten geben sich den Betrachtern als Angebote - Angebote zum Nachdenken, auch Angebote, sich einfach zu freuen über Wärme, Harmonie oder Skurrilität als Bildform oder Bildunterschrift. Ich denke, diese etwas andere Auffassung von moderner Kunst verbindet uns deutsche und russische Künstlerinnen und Künstler.

Verabschiedung der Künstlerinnen und Künstler aus St. Petersburg. Mein Gast warf, ehe wir zurück zum Bus gingen, der die St. Petersburger nach Berlin zum Flughafen bringen sollte, eine Handvoll Münzen ins Wasser der Elbe. Das bedeute, er werde wiederkommen, erklärte er.

Welt, jenseits aller großen Worte, Welt der Wärme – eine Anzahl Tage haben wir miteinander die Vision von einer anderen Welt als der heutigen gelebt. Uns ist bewusst, dadurch, dass wir die Vision in Bildern, Plastiken oder Worten auf unterschiedlichste Weise bewahren und Menschen sich, wo auch immer auf unserer Erde, von ihnen berührt fühlen würden, können wir gegenwärtige Realitäten nicht verändern, einen Menschheitstraum nicht ins Leben holen. Vielleicht aber können wir eines, Mut machen, von Zeit zu Zeit wieder aktiver zu träumen? War es uns nicht zuerst auch als Utopie erschienen, dass zwölf Dresdner und zwölf St. Petersburger Künstlerinnen und Künstler zusammen ausstellen und sich in St. Petersburg und später in Dresden begegnen sollten? Wir sind uns begegnet und wollen uns nicht mehr verlieren. Vertrautheit, innere Verbundenheit, das Gefühl, miteinander verwandt zu sein, ist zwischen uns gewachsen. Dank des aktiven Träumens der beiden Projektleiter und auch Dank unserer Sponsoren, von denen jeder auf seine Weise ein Stück unseres Traumes mitlebte, konnte geschehen, dass vorerst unmöglich Erscheinendes möglich, dass eine schöne Utopie Wirklichkeit wurde.

Presse


WOLKEN HABEN MEIN LEBEN GERETTET – AINI TEUFEL ÜBER KÜNSTLERAUSTAUSCH AN DER NEWA UND WIEDERBELEBUNG ALTER TRADITIONEN
Sein 300-jähriges Jubiläum feiert Dresdens Partnerstadt St. Petersburg in diesem Jahr. Ein angemessener Zeitpunkt, um die alte Tradition des regen Kontakts zwischen Dresdner und St. Petersburger Künstlern durch eine gemeinsame Ausstellung neu zu beleben. Eine der acht Künstler, die sich auf die Reise an die Newa begaben, war Aini Teufel.
In ihrer Atelierwohnung in der sechsten Etage ist sie den Wolken ganz nahe und fühlt sich sicher. Schließlich haben ihr Wolken als Kind das Leben gerettet. Aini Teufel ist ein Kriegskind und hat den Luftangriff auf Dresden überlebt. Denn eine dicke Wolkendecke hatte sich am Mittag des 13. Februar 1945 über die Stadt gelegt. Die geplanten Luftangriffe mussten deshalb auf den Abend verlegt werden. Die Erlebnisse des Jahres 1945 hat sie bereits als Elfjährige aufgeschrieben. Ihre Tagebücher sind lebhafte Zeugnisse der damaligen Zeit und reichen hinein bis in die ereignisreichen Tage der politischen Wende im Jahre 1989.
Ruhelos und mit enormen Tatendrang geht sie oft auf Reisen. Die Ausstellung in St. Petersburg wird der zierlichen kleinen Frau dabei ewig in Erinnerung bleiben. Die acht angereisten deutschen Malerinnen und Maler waren bei den russischen Künstlern untergebracht. „Abends saßen wir dann in einem der Ateliers bei Tee, Käse und Brot, und irgendwann zu später Stunde nahmen einige der St. Petersburger ihre Gitarren und sangen. Viele von uns haben hier eine emotionale Heimat gefunden“, erinnert sie sich. Beeindruckend war für sie auch die kunstfreundliche Gesellschaft. Am Tag der Eröffnung der Ausstellung drängten sich zahlreiche Besucher in den drei Räumen des St. Petersburger Künstlerverbandes. Die Wiederbegegnungsfreude dürfte groß sein, wenn die Ausstellung im Jahr 2004 in Dresden präsentiert wird.
SÄCHSISCHE ZEITUNG – 11. / 12. Oktober 2003